Artikel mit PAVK als Stichwort

Gehtraining

Mittwoch, 09. Februar 2011

Gehtraining als konservative Therapie ohne Risiko hilft bei Durchblutungsstörungen in den Beinen.

Die Frage ist: kann ein konsequentes Gehtraining auch einer Arteriosklerose und den daraus resultierenden Erkrankungen vorbeugen oder helfen: Diese Frage kann grundsätzlich selbst bei arterieller Verschlusskrankheit der Beine mit einem absoluten „Ja“ beantwortet werden. Die konservative Therapie ohne Risiken ist eine Option bevor eine interventionelle Maßnahme oder OP notwendig erscheint.

Konsequentes Gehtraining ist wie jede andere, regelmäßig ausgeübte Ausdauersportart eine wirksame Maßnahme, um durch den Aufbau von Umgehungskreisläufen seine Gehstrecken zu verbessern.

In Reha Kliniken konnte statistisch erfasst werden, dass Betroffene mit einer Gehstrecke von nur 200 m innerhalb von 3 Wochen sich auf 340 m steigern konnten. Gehtraining erhöht die Gehstrecken um das 2-3 fache.

Bei arterieller Verschlusskrankheit der Beine ist das tägliche Gehtraining neben der Nikotinabstinenz die wichtigste, nicht operative und nicht medikamentöse Therapie.

In der Gefäßmedizin wird die Verschlusskrankheit in den Beinen, kurz  PAVK bezeichnet. Sie wird in 4 Stadien eingestuft: Stadium 1: keine Engstellen, keine Beschwerden. Stadium 2: Schmerzen in den Waden, Gesäß oder Oberschenkeln unterteilt in 2 a, Gehstrecke 200 m und mehr, 2 b Gehstrecke weniger als 200 m. Stadium 3: Schmerzen in den Füßen und Zehen im Ruhestand und Stadium 4 Gewebeschädigung.

Zurück zum Gehtraining: Gefäßveränderungen können auch durch ein Gehtraining nicht beseitigt werden. Durch die Bewegungstherapie eröffnen sich jedoch um den Gefäßverschluss herum kleine Blutgefäße und erweitern sich allmählich. Es entsteht ein Umgehungskreislauf, in der medizinischen Sprache Kollateralkreislauf  genannt. Dieser erzielt mit der Zeit eine bessere Durchblutung der Beine.

Es ist empfehlenswert, dass Interessenten das Gehtraining in Selbsthilfegruppen, bei ambulanten Rehaeinrichtungen, in Sportvereinen oder stationär in einer Reha Klinik erlernen. Später kann man selbstständig trainieren.

Das Gehtraining besteht aus einer Gewöhnungs- und Aufbauphase. In der ersten Woche möglichst täglich 15 Minuten. In dieser Phase soll erlernt werden, kurz bevor die Schmerzen im Bein einsetzen, stehen zu bleiben. Danach folgen ca. 3 Minuten Pause und dann geht es weiter.

In der zweiten und dritten Woche sollte das Training in der genannten Form fortgesetzt werden. Das Lernziel heißt: Entspanntes und rhytmisches Gehen bei leichtem Aufsetzen und entspanntem Abrollen des Fußes.

In der vierten Woche beginnt die Aufbauphase mit einem Gehtraining von täglich 20 Minuten. In der fünften Woche steigert man auf 25 -30 Minuten. Pausen von ca. 3 Minuten konsequent einhalten. Das Stehenbleiben verbessert die Durchblutung.

Die ärztliche Empfehlung heißt bei jedem Gehtraining: Nicht in den Schmerz hineinlaufen. Dies kann zur Überforderung der Muskulatur führen. Jedoch muss man der Ordnung halber hinzufügen, dass es sehr wohl auch mögliche neue Erkenntnisse gibt die besagen, dass das vorsichtige Hineinlaufen in den Schmerz den Trainingserfolg verbessert. Man frage den Facharzt, den Angiologen.

Das Gehtraining muss auch über die Gewöhnungs- und Aufbauphase hinaus fortgesetzt werden. Wie bei einem Leistungssportler kann die Leistungsfähigkeit nur durch ständiges Training erhalten werden. Wobei man sich durchaus auch einmal eine Pause leisten darf, wie es Leistungssportler ebenfalls tun. Jedoch 3-5 mal pro Woche ist absolutes muss

Das Trainingsprogramm sollte man wie eine tägliche Selbstverständlichkeit in seinen Tagesablauf einplanen und mit zunehmender Schmerzfreitheit genießen lernen. Bei Sonne, Regen, Sturm und Schnee. Idealerweise in einer schönen Umgebung.

Beim Laufen das Gehtempo variieren. Der Kreislauf und die Durchblutung passen sich damit an unterschiedliche Belastungsstufen an. Günstig ist ebenfalls, dass Gelände mit Ebenen als auch Steigungen zu kombinieren.

Zu erwähnen bleibt, dass die Gehstrecke mit Walkthrough Phänomen auch manchmal über das erreichte Ziel von

x-schmerzfreien Metern deutlich erhöht wird.

Mit einem konsequenten Gehtraining verbessert man die Durchblutung im Bein und ganzem Körper. Jedes Training vergrößert die Gehstrecke, senkt die Blutfettwerte, verbessert Diabetes positiv, hilft Stress abzubauen und Gewicht abzunehmen. Mit jeder Bewegung nimmt auch das Risiko ab, einen Verschluss im Bein, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden.

Das Gehtraining kann sehr positiv unterstützt werden durch Gymnastik, Intervalltraining mit Zehenstandsübungen, Kniebeugen, Aqua-Jogging, Stickwalking und Fußgymnastik.

Besonders effizient ist das Intervalltraining mit den Zehenstandsübungen. Man wippt mit dem Fuß und zieht die Ferse nach oben. Dies stärkt insbesondere die Unterschenkel. Auch gilt: hier Pausieren sobald der Schmerz einsetzt und nach einer Pause von 1-3 Minuten fortfahren. Die erzielte Anzahl von Zehenstandsübungen bis zum Schmerzeintritt entspricht mit 10 multipliziert ca. die Gehstrecke in Metern. Also Beispiel: 100 Zehenstände mal 10 gerechnet ergeben ca. 1000 Meter. Und 100 Zehenstände oder 1000 Meter entsprechen gleichzeitig einer Normaldurchblutung. Man  kann jedes Bein einzeln trainieren und/oder gleichzeitig beidseitig. Diese Übung kann man überall durchführen, z.B. an der Bushaltestelle, im Zimmer zuhause, praktisch überall.

Auch die fast spielerische Fußgymnastik fördert die Durchblutung, besonders in den Füßen. Zehen spreizen, auf und ab bewegen usw. In einem bequemen Schuh können auch gymnastische Übungen überall,  z.B. beim Arbeiten am Schreibtisch zur Durchblutungsförderung gemacht werden.

Und die kleinen Tips  am Rande  sind: Die Treppen hinauflaufen und den Fahrstuhl ignorieren, das Auto mal eine Straße weiter parken, aus dem Bus oder Straßenbahn mal eine Station früher aussteigen, Einkaufen zu Fuß oder mit dem Fahrrad usw.

Ideale Produkte zur Unterstützung des Trainings sind Stickstöcke, MBT Sportschuhe, Stepper, Laufband, Ergometriefahrrad und ein Pedometer welches die Schritte zählt. Denn 10.000 Schritte sollte man täglich tun.

Über all dies informiert das

Gesundheits-Fachhaus von Schlieben, Sonnenstraße 7, München oder informieren Sie sich im Internet unter:

www.vonschlieben.de

Arteriosklerose

Donnerstag, 20. Januar 2011

Arteriosklerose, im Volksgebrauch als Arterienverkalkung definiert, ist eine chronische und meist generalisierte Erkrankung der Schlagadern mit einer Verhärtung und Verdickung der Gefäßwand und einer fortschreitenden Einengung der Arterien. Die Arteriosklerose kann sich in allen Regionen des Kreislaufes entwickeln. Besonders häufig sind die Arterien der Beine betroffen sowie  Aorta und Halsschlagadern. Als häufigste Ursache von Gefäßkrankheiten ist sie für den Hauptanteil der Herz- Kreislauferkrankungen verantwortlich. Die Ursache liegt in einer Schädigung der inneren Gefäßwandschicht. Es bildet sich in der Gefäßwand eine Flüssigkeitsansammlung, welche die Anlagerung von Fetten begünstigt. Wenn dann das Gewebe abstirbt ergibt sich eine Narbe. Hier können sich Kalkpartikel ablagern, die eine Art Deckplatte bilden. An diesen so genannten Plaques können sich bevorzugt Blutgerinnsel bilden, die die Durchblutung des Gewebes behindert oder, wenn sie weiter geschwemmt werden als

Embolien die Arterien verstopfen.

Von der Lunge aus wird das sauerstoffreiche Blut mit jedem Herzschlag durch die Arterien in alle Bereiche des Körpers gepumpt. Bei gesunden Arterien erreicht das Blut die kleinsten Blutgefäße, so genannte Kapillaren, bis in die Finger- und Zehenspitzen. In der Muskulatur findet der Sauerstoff- und Nährstoffausgleich statt. So können alle Organe und Muskeln optimal arbeiten. Ist diese optimale Versorgung durch Plaques, wie beschrieben, nicht mehr gewährleistet, kann es zu bedrohlichen Situationen

kommen. Herzinfarkt, Schlaganfall oder Gefäßverschluss im Bein können die Folge sein.

Liegen also in den Arterien Engstellen vor, spricht man in der Medizin von der arteriellen Verschlusskrankheit, kurz AVK. Sind wie häufig die Arterien des Beckens und des Beines betroffen spricht man von der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit, kurz PAVK. Durch Engpässe im Gefäß ist der Blutfluss behindert. Am Anfang einer derartigen Erkrankung hat der Patient keine Beschwerden. Später kommt es beim Gehen zu Schmerzen. Völlig verharmlosend spricht man dann von der „Schaufensterkrankheit“, da die Betroffenen nur eine verkürzte Gehstrecke zurücklegen können.

Die schlechte Durchblutung entsteht meist durch ungesunden Lebensstil wie wenig Bewegung und falsche Ernährung. Ca. 80% aller Betroffenen weisen 2 dieser Risikofaktoren auf. Aber auch, unabhängig davon, sprechen Alter, Geschlecht und Gene eine Rolle. Ein erhöhtes Risiko hat man schon ab 50, Männer sind von einer PAVK häufiger betroffen als Frauen.

Darüber hinaus sind es insbesondere 6 Risikofaktoren, die die Arteriosklerose begünstigen. Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Nikotin, zu hohes Cholesterin, Übergewicht, Bewegungsmangel.

Es geht bei den Betroffenen in erster Linie immer darum, die Risikofaktoren zu minimieren. Und hier kann viel getan werden. Das Medizinische Fachhaus von Schlieben wird in getrennten Aufsätzen dazu Aufklärung geben. Insbesondere zu den Themen Bewegung und Ernährung. Denn eine PAVK ist gefährlich. Denn in der Regel sind, wie einleitend gesagt, nicht nur die Arterien der Beine betroffen, sondern im ganzen Körper. Dadurch entsteht primär das erhöhte Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.

Bei Beschwerden sollte man immer einen Arzt/in konsultieren. Er/Sie entscheidet über die richtige Vorgehensweise, also die Risikominimierung und die medikamentöse Behandlung.

Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass Gefäßsport sehr hilfreich sein kann. Durch ein konsequentes Gehtraining können sich um die Engstellen herum kleine Blutgefäße erweitern, die das Blut sozusagen umleitet und im günstigsten Fall unterversorgte Beinregionen versorgt.

Leider muss auch erwähnt sein, dass es bei schlechteren Diagnosen  zu einer notwendigen Kathedertherapie kommen kann. Der Gefäßmediziner kann mittels dieser Intervention Verengungen bis hinab in die Arterien des Unterschenkels und Fußes durchführen. Auch das Einsetzen von Stents sowie eine Bypass-OP können notwendig werden.

Aber soweit muss es meist nicht kommen. Das Medizinische Fachhaus von Schlieben München meint:

„Betreiben Sie Sport und ernähren Sie sich richtig und minimieren Sie mit ärztlicher Hilfe Ihre Risikofaktoren“.

Für die sportliche Bewegungstätigkeit gibt es eine ganze Reihe von Produkten, die Hilfe leisten können: z.B. Fahrradergometer, Stepper, Laufband, Schrittzähler usw.

Mehr darüber im Gesundheits-Fachhaus von Schlieben, Sonnenstraße 7, München oder informieren Sie sich im Internet unter:

www.vonschlieben.de