Gehtraining als konservative Therapie ohne Risiko hilft bei Durchblutungsstörungen in den Beinen.
Die Frage ist: kann ein konsequentes Gehtraining auch einer Arteriosklerose und den daraus resultierenden Erkrankungen vorbeugen oder helfen: Diese Frage kann grundsätzlich selbst bei arterieller Verschlusskrankheit der Beine mit einem absoluten „Ja“ beantwortet werden. Die konservative Therapie ohne Risiken ist eine Option bevor eine interventionelle Maßnahme oder OP notwendig erscheint.
Konsequentes Gehtraining ist wie jede andere, regelmäßig ausgeübte Ausdauersportart eine wirksame Maßnahme, um durch den Aufbau von Umgehungskreisläufen seine Gehstrecken zu verbessern.
In Reha Kliniken konnte statistisch erfasst werden, dass Betroffene mit einer Gehstrecke von nur 200 m innerhalb von 3 Wochen sich auf 340 m steigern konnten. Gehtraining erhöht die Gehstrecken um das 2-3 fache.
Bei arterieller Verschlusskrankheit der Beine ist das tägliche Gehtraining neben der Nikotinabstinenz die wichtigste, nicht operative und nicht medikamentöse Therapie.
In der Gefäßmedizin wird die Verschlusskrankheit in den Beinen, kurz PAVK bezeichnet. Sie wird in 4 Stadien eingestuft: Stadium 1: keine Engstellen, keine Beschwerden. Stadium 2: Schmerzen in den Waden, Gesäß oder Oberschenkeln unterteilt in 2 a, Gehstrecke 200 m und mehr, 2 b Gehstrecke weniger als 200 m. Stadium 3: Schmerzen in den Füßen und Zehen im Ruhestand und Stadium 4 Gewebeschädigung.
Zurück zum Gehtraining: Gefäßveränderungen können auch durch ein Gehtraining nicht beseitigt werden. Durch die Bewegungstherapie eröffnen sich jedoch um den Gefäßverschluss herum kleine Blutgefäße und erweitern sich allmählich. Es entsteht ein Umgehungskreislauf, in der medizinischen Sprache Kollateralkreislauf genannt. Dieser erzielt mit der Zeit eine bessere Durchblutung der Beine.
Es ist empfehlenswert, dass Interessenten das Gehtraining in Selbsthilfegruppen, bei ambulanten Rehaeinrichtungen, in Sportvereinen oder stationär in einer Reha Klinik erlernen. Später kann man selbstständig trainieren.
Das Gehtraining besteht aus einer Gewöhnungs- und Aufbauphase. In der ersten Woche möglichst täglich 15 Minuten. In dieser Phase soll erlernt werden, kurz bevor die Schmerzen im Bein einsetzen, stehen zu bleiben. Danach folgen ca. 3 Minuten Pause und dann geht es weiter.
In der zweiten und dritten Woche sollte das Training in der genannten Form fortgesetzt werden. Das Lernziel heißt: Entspanntes und rhytmisches Gehen bei leichtem Aufsetzen und entspanntem Abrollen des Fußes.
In der vierten Woche beginnt die Aufbauphase mit einem Gehtraining von täglich 20 Minuten. In der fünften Woche steigert man auf 25 -30 Minuten. Pausen von ca. 3 Minuten konsequent einhalten. Das Stehenbleiben verbessert die Durchblutung.
Die ärztliche Empfehlung heißt bei jedem Gehtraining: Nicht in den Schmerz hineinlaufen. Dies kann zur Überforderung der Muskulatur führen. Jedoch muss man der Ordnung halber hinzufügen, dass es sehr wohl auch mögliche neue Erkenntnisse gibt die besagen, dass das vorsichtige Hineinlaufen in den Schmerz den Trainingserfolg verbessert. Man frage den Facharzt, den Angiologen.
Das Gehtraining muss auch über die Gewöhnungs- und Aufbauphase hinaus fortgesetzt werden. Wie bei einem Leistungssportler kann die Leistungsfähigkeit nur durch ständiges Training erhalten werden. Wobei man sich durchaus auch einmal eine Pause leisten darf, wie es Leistungssportler ebenfalls tun. Jedoch 3-5 mal pro Woche ist absolutes muss
Das Trainingsprogramm sollte man wie eine tägliche Selbstverständlichkeit in seinen Tagesablauf einplanen und mit zunehmender Schmerzfreitheit genießen lernen. Bei Sonne, Regen, Sturm und Schnee. Idealerweise in einer schönen Umgebung.
Beim Laufen das Gehtempo variieren. Der Kreislauf und die Durchblutung passen sich damit an unterschiedliche Belastungsstufen an. Günstig ist ebenfalls, dass Gelände mit Ebenen als auch Steigungen zu kombinieren.
Zu erwähnen bleibt, dass die Gehstrecke mit Walkthrough Phänomen auch manchmal über das erreichte Ziel von
x-schmerzfreien Metern deutlich erhöht wird.
Mit einem konsequenten Gehtraining verbessert man die Durchblutung im Bein und ganzem Körper. Jedes Training vergrößert die Gehstrecke, senkt die Blutfettwerte, verbessert Diabetes positiv, hilft Stress abzubauen und Gewicht abzunehmen. Mit jeder Bewegung nimmt auch das Risiko ab, einen Verschluss im Bein, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden.
Das Gehtraining kann sehr positiv unterstützt werden durch Gymnastik, Intervalltraining mit Zehenstandsübungen, Kniebeugen, Aqua-Jogging, Stickwalking und Fußgymnastik.
Besonders effizient ist das Intervalltraining mit den Zehenstandsübungen. Man wippt mit dem Fuß und zieht die Ferse nach oben. Dies stärkt insbesondere die Unterschenkel. Auch gilt: hier Pausieren sobald der Schmerz einsetzt und nach einer Pause von 1-3 Minuten fortfahren. Die erzielte Anzahl von Zehenstandsübungen bis zum Schmerzeintritt entspricht mit 10 multipliziert ca. die Gehstrecke in Metern. Also Beispiel: 100 Zehenstände mal 10 gerechnet ergeben ca. 1000 Meter. Und 100 Zehenstände oder 1000 Meter entsprechen gleichzeitig einer Normaldurchblutung. Man kann jedes Bein einzeln trainieren und/oder gleichzeitig beidseitig. Diese Übung kann man überall durchführen, z.B. an der Bushaltestelle, im Zimmer zuhause, praktisch überall.
Auch die fast spielerische Fußgymnastik fördert die Durchblutung, besonders in den Füßen. Zehen spreizen, auf und ab bewegen usw. In einem bequemen Schuh können auch gymnastische Übungen überall, z.B. beim Arbeiten am Schreibtisch zur Durchblutungsförderung gemacht werden.
Und die kleinen Tips am Rande sind: Die Treppen hinauflaufen und den Fahrstuhl ignorieren, das Auto mal eine Straße weiter parken, aus dem Bus oder Straßenbahn mal eine Station früher aussteigen, Einkaufen zu Fuß oder mit dem Fahrrad usw.
Ideale Produkte zur Unterstützung des Trainings sind Stickstöcke, MBT Sportschuhe, Stepper, Laufband, Ergometriefahrrad und ein Pedometer welches die Schritte zählt. Denn 10.000 Schritte sollte man täglich tun.
Über all dies informiert das
Gesundheits-Fachhaus von Schlieben, Sonnenstraße 7, München oder informieren Sie sich im Internet unter:
www.vonschlieben.de