Man glaubt es kaum, aber der Däne Thomas Bartolin (1616-1680) entdeckte bereits zu dieser Zeit das Lymphgefäßnetz. Nach Studium im Süden, Padua und Basel kehrte er in seine Heimatstadt Kopenhagen zurück und hatte den Wissensstand seiner Zeit in einem Lehrbuch zusammengefasst. In der Leber und den Gliedmaßen eines Hundes und später beim Menschen wies er Gefäße mit wässriger Flüssigkeit nach, die ihren Inhalt in die Venen entleerten. In seinen Veröffent- lichungen wies er darauf hin, dass er ein bis dahin unbekanntes System entdeckt hatte, nämlich das Lymphgefäßnetz.
Heute definieren wir das lymphatische System nach neuesten Erkenntnissen der Medizin:
Die Lymphbahn ist die Struktur, die Lymphe ableitet. Die Flüssigkeit in den Lymphgefäßen des Körpers dient der Ernährung von Zellen und Geweben und dem Transport von Lymphozyten und ganz bestimmten Fetten.
Täglich werden ca. 2 Liter Lymphe gebildet. Da nicht die gesamte Flüssigkeit, die aus den Blutgefäßen in den Raum zwischen den Körperzellen gepresst werden kann, muss ein, wenn auch geringer Teil, auf andere Weise aus dem Gewebe entfernt werden. Dies geschieht über die Lymphkappilaren, die überall im Körper beginnen und sich zu großen Lymphbahnen, bis auf einige wenige Ausnahmen, zusammenführen.
An diesem komplexen und komplizierten System können sich natürlich auch krankhafte Veränderungen ergeben. Lympfgefäßkrankheiten ist eine Art Oberbegriff für alle Veränderungen der Lymphgefäße. Minderbildungen der Lymphbahnen können angeboren sein. Es kann zu Lymphödemem kommen, einem häufig vorkommenden Krankheitsbild. Die teigig-blasse Gewebeschwellung der Arme und/oder Beine entsteht durch den Stau von Lymphflüssigkeit auf Grund einer Abflussbehinderung.
Die Lymphe tritt durch die Gefäßwände in das Gewebe ein.
Ursachen sind neben der erwähnten angeborenen Disposition Sekundärprobleme nach Operationen, Entzündungen oder Tumorerkrankungen, welche die Lymphgefäße verstopfen.
Betroffene haben häufig ein Brennen, Spannungs- und Schweregefühl. Auch Bewegungseinschränkungen sind möglich.
Oberflächliche Entzündungen werden mit dem Anlegen von Kompressionsverbänden behandelt. Mit viel Bewegung klingt das Krankheitsbild schnell ab. Spezielle Massagen, die so genannte Lymphdrainage und Krankengymnastik helfen weiter und bringen Linderung. Neben der Therapie der Grundkrankheit muss eine perfekte Versorgung mit vermessenen Kompressions- strümpfen und/oder Kompressionshandschuhen- und ärmeln durchgeführt werden, um immer den best- möglichen Status zu erhalten.
Dazu gab es ein Fachreferat von Dr. med. Peter Raab, Gefäßchirurg in München über das Thema Lymphödem.
Dabei ging es um Lymhödem, Lipodem, Trombose.
Warnsignale erkennen und richtig Behandeln sowie qualifizierte Kompressionsversorgung, Lymphdrainage und Bewegungsübungen sowie intermittierende Kompression für die Heimbehandlung.